Tuina-Anmo – die manuelle Therapie der TCM

Tuina ist eine manuelle Therapieform und gewissermaßen die medizinisch angewendete Massagebehandlung innerhalb der Traditionellen Chinesischen Medizin. Sie ist eine der fünf Säulen der TCM, dabei jedoch auch eine selbständige, ganzheitliche Therapiemethode.

Es existieren auch die Schreibweisen Tui-Na, Tuina-Anmo oder Tui Na. Der Begriff setzt sich aus den chinesischen Wörtern tui (‚schieben‘, ‚drücken‘) und na (‚greifen‘, ‚anheben‘) bzw an (drücken) und mo (reiben, streichen) zusammen.

Entsprechend handelt es sich bei den Verfahren der Tuinabehandlung auch um ziehende, reibende oder schiebende Techniken. Insbesondere bei starken Beschwerden oder Verspannungszuständen kann das Lösen der Blockaden dabei durchaus schmerzhaft sein – es handelt sich bei Tuina also nicht um eine Massagebehandlung rein zu „Wellness-Zwecken“!

Auch eine Tuina Behandlung wird stets auf Basis einer ganzheitlichen Diagnose im Sinne der TCM, den individuellen Bedürfnissen der PatientInnen und seiner Konstituion entsprechend eingesetzt. Eine fundierte Zungen- und Pulsdiagnose, sowie eine ausführliche Anamnese gehören unerlässlich auch zu dieser Behandlungsform.

Im Rahmen einer Tuina Anwendung werden ebenso wie bei der Akupunktur mittels ausgewählter Techniken die Energie-Leitbahnen am Körper (Meridiane mit den entsprechenden „Akupunktur-“Punkten) sowie bestimmte Reflexzonen am Körper behandelt. Ziel ist dabei auch, das und xuè wieder zum Fließen zu bringen, schmerzhafte Blockaden und Stauungen zu lösen und ggf. Einschränkungen der Beweglichkeit möglichst wieder herzustellen.

Die Auswahl der Tuina Techniken orientiert sich dabei stark an Diagnose, Konstitution und momentanem Zustand des Patienten. In meiner Praxis ergänze ich diese Therapieform zudem gerne mit stützender Akupunktur sowie Moxa-Therapie – und umgekehrt! Denn je nach Diagnose verwende ich Tuina-Techniken gerne auch im Rahmen einer Akupunkturbehandlung ergänzend – die Behandlung einzelner Körperteile oder -Zonen beträgt dann zwischen 10 und 20 Minuten für große Bereiche, wie z.B. den Rücken.

Und selbstverständlich eignet sich die Tuina Massage auch zur Gesundheitsprävention! Es können dann gezielt längere Massagen von einer Stunde ausgeführt werden, um den ganzen Körper zu behandeln.

Regelmäßig angewendet wirken Tuina Anwendungen vergleichbar dem Qi Gong als „Pflege der Lebensenergie“ : vitalisierend, kräftigend und als Stress-sowie Abwehr-Prophylaxe. Zudem eignet sich Tuina hervorragend zur sanften Stütze der Rekonvaleszenz. Idealerweise begleitet und ergänzt duch Übungen aus dem Qi Gong.

Die große Stärke der Tuina liegt in der Behandlung von Beschwerden am Bewegungsapparat (Rückenschmerzen, Nackenverspannungen, Knieprobleme etc.) sowie verletzungsbedingten Beschwerdebildern. Es können aber auch degenerative und chronische Prozesse mit Tuina, sowie Krankheitsbilder wie Migräne, Verdauungsprobleme u.v.m. behandelt werden.

Es handelt sich bei dieser manuellen Therapieform eben auch um eine nicht-invasive Technik – so dass sie auch bei geschwächten Menschen, Menschen mit Angst vor Akupunktur/Nadeln und sogar bei Kindern eine gute Behandlungsmöglichkeit und ggf. Alternative zur Akupunktur darstellt.
Tuina eignet sich tatsächlich auch für jedes Alter vom Säugling bis zu sehr alten, oder chronisch kranken und geschwächten Menschen.

Kinder-Tuina

In der Tat bildet das sogenannte „Kinder-Tuina“ sogar eine spezielle Form des Tuina (小儿推拿 Xiao'er tuina). Denn bedingt durch physiologische Besonderheiten bei Kindern sind in der Kinder-Tuina spezielle Körperregionen definiert, die zur Diagnose und zur Behandlung herangezogen werden, und die es so bei Erwachsenen nicht (mehr) gibt.

Die Tuinatechniken sind dabei grundsätzlich die gleichen, werden aber viel sanfter und kürzer ausgeführt – denn Kinder reagieren auch noch viel schneller auf zum Teil sehr kleine Reize und regulieren entsprechend schnell.